Offener Brief an alle Bürgerinnen
und
Bürger von Wolmirsleben Sehr geehrte Damen und Herren,
vor ca. 100 Jahren haben die Bürgerinnen und Bürger
von Wolmirsleben eine kluge und weitreichende Ent-scheidung getroffen,
eine Entscheidung auch für künftige Generationen, auf
die sie zu Recht stolz sein konnten.
Sie entschieden, ihre bördetypische Dorfkirche zu einer modernen,
dem Jugendstil entsprechenden, prächtigen Kirche umzubauen.
Jugendstil hieß damals Abkehr von bis dahin vorherrschender,
der Vergangenheit treu bleibenden Stilrichtung hin zum flächenhaft wirkenden
Baustil, der besonders durch die über alle Stilelemente sich hinziehende
vegetabile Ornamentik auszeichnete. Der Jugendstil, eine recht kurze Stilepoche,
hatte Brückenfunktion zwischen Klassizismus und Bauhausstil, der Letztere
sich durch seine Einfachheit und Funktionalität auszeichnete.
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Die Entscheidung war für damalige Verhältnisse äußerst
progressiv und für einen kleinen Ort wie Wolmirsleben eigentlich
unvorstellbar. Gleichzeitig wurde aus dem einschiffigen Kirchenbau
eine Kirche in Kreuzform mit der Apsis nach Osten. Zu nennen ist
weiterhin der prächtige schmiedeeiserne Kronleuchter, welcher
sogar auf der Weltausstellung in London zu bewundern war.
Dieser Kirchenbau ist seit über 100 Jahren das eigentliche Wahrzeichen
von Wolmirsleben und gleichzeitig Ausdruck moderner, diesseitsbezogener
Denk- und Lebensweise unserer Vorfahren. Wir können stolz auf
dieses Gebäude aber auch auf unsere Vorfahren sein. Nun nagt
der Zahn der Zeit an seinem Gebälk, das Gebäude droht zu
verfallen. Im Hinblick auf dieses Kulturerbe können wir uns
zwischen zwei möglichen Varianten entscheiden:
- das Erbe unserer Vorfahren dem Verfall zu überlassen
oder
- zu versuchen, alles in unseren Kräften stehende zu tun,
Verbündete
zu suchen, und dieses imposante Gebäude vor dem Verfall
zu retten.
Mit dieser Entscheidung ist untrennbar verbunden, die Nutzung des
Gebäudes den Interessen einer breiteren Öffentlichkeit
anzupassen.
Eine Vielzahl unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger hat
sich für die zweite Variante entschieden, und ist unserem Verein
beigetreten. Sie wollen, dass das Kirchengebäude gerettet wird,
und geben uns finanzielle und moralische Unterstützung. Es sind
dies nicht nur evangelische Christen, es ist der Querschnitt unserer
Bevölkerung.
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
12 Euro Jahresbeitrag sind für den Einzelnen nicht viel Geld,
für unsere Arbeit jedoch Zeichen hoher moralischer Unterstützung.
Wir rufen Sie auf, treten Sie im Geiste unserer Vorfahren unserem
Verein zur Rettung der Kirche St. Nikolai bei.
Anträge auf Mitgliedschaft erhalten Sie im Pfarrhaus und
von jedem Vorstandsmitglied. Sollten Sie einen Geldbetrag spenden
wollen, unsere Bankverbindung ist:
Förderverein Kirche St. Nikolai e. V.
Konto – Nr. 3 081 601 478
Bankleitzahl 810 500 00 bei der KSK ASL – SFT.
Wir stehen in der Verantwortung gegenüber unseren Vorfahren,
aber auch gegenüber denen, die nach uns kommen, die unseres
Erachtens ein Recht auf dieses Kulturerbe haben. Helfen Sie uns durch
Ihre Mitgliedschaft, durch Ihre Spenden, durch Ihre kreative Mitarbeit.
In freundlicher Verbundenheit,
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Eisner |
Gallinat |
Bönicke |
| 1. Stellvertreter |
Vorsitzender |
2. Stellvertreter |
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